SOVIET RUSSIA'S COMMON CAUSE WITH NAZI GERMANY, 1939
|
DOCUMENTS' EXCERPTS IN ORIGINAL Sources: [1] ... Der Botschafter erklärte hierauf etwa
folgendes: Die russische Politik sei immer geradlinig gewesen. Ideologische
Meinungsverschiedenheiten hätten das russisch-italienische Verhältnis kaum beeinträchtigt und
brauchten auch Deutschland gegenüber nicht zu stören. Sowjetrußland habe die jetzigen
Reibereien zwischen Deutschland und den westlichen Demokratien nicht gegen uns ausgenützt und
wünsche das auch nicht zu tun. Es bestehe für Rußland kein Grund, warum es nicht mit uns auf
einem normalen Fuße leben sollte. Aus normalen Beziehungen könnten auch wachsend bessere werden. [2] ... Entschluß hängt vermutlich damit zusammen, daß im Kreml Meinungsverschiedenheiten über Litwinows Verhandlungen entstanden sind. Grund für Meinungsverschiedenheiten dürfte in tiefem Mißtrauen liegen, daß Stalin gegenüber gesamten kapitalistischen Umwelt hegt. Auf letztem Parteikongreß mahnte Stalin zur Vorsicht, damit Sowjetunion nicht in Konflikte hineingezogen werde. Molotow (kein Jude) gilt als "engster Freund und nächster Mitarbeiter" Stalins. Seine Ernennung soll offenbar Gewähr dafür bieten, daß die Außenpolitik streng im Stalinischen Sinn fortgesetzt wird. [3] ... Astachoff kam dann auf die Absetzung Litwinows zu sprechen und versuchte, ohne direkte Fragen zu stellen, zu erfahren, ob uns dies Ereignis zu einer veränderten Einstellung der Sowjetunion gegenüber bringen würde. [4] ... Die neuerdings geübte Zurückhaltung der deutschen Presse Sowjetrußland gegenüber sei ja auch der Auslandspresse bereits aufgefallen. [5] ... Pensez-vous donc qu'Hitler engagera la
partie sans avoir tous les atouts en mains? Ce serait contraire à sa maniére qui lui a valu
tous ses succés précédents, acquis sans coup férir. [6] ... En bref, conclut X., la situation peut
se résumer ainsi: les Polonais croient pouvoir étre insolents envers nous, se sentant forts de
l'appui de la France et de l'Angleterre et croyant pouvoir compter sur l'aide matérielle de la
Russie. Ils se trompent dans leurs calculs: de même qu'Hitler n’a pa cru pouvoir régler la
question de l'Autriche et celle de la Tchécoslovaquie sans l'assentiment de l'Italie, de même
il ne songe plus aujourd'hui à régler le différend germano-polonais sans la Russie. [7] ... In der sich anschließenden Unterhaltung
kam Astachoff mit besonderer Ausführlichkeit wieder, wie er dies vor 14 Tagen bereits getan
hatte, auf die Gestaltung der deutsch-sowjetischen Beziehungen zurück. [8] ... Die Sowjetregierung könnte danach einer Wiederaufnahme der Verhandlungen erst dann zustimmen, wenn hierfür die notwendige "politische Grundlage" geschaffen sein werde. [9] ... Nach bisherigem Ergebnis Ihrer Fühlungnahme mit Molotow ist es nötig, unsererseits nunmehr ganz stillzuhalten und abzuwarten, ob Sowjetrussen mit der Sprache weiter herauskommen. [10] ... Der Herr Reichsminister hatte mir für die Besprechung mit Molotow äußerste Vorsicht anbefohlen. Infolgedessen habe ich mich damit begnügt, so wenig zu sagen wie möglich und dies um so mehr, als das Verhalten des Herrn Molotow mir recht verdächtig erscheint. Es ist gar nicht anders zu verstehen, als daß ihm die Wiederaufnahme unserer Wirtschaftsverhandlungen als politische Geste nicht genügt und daß er offenbar weitergehende Angebote politischer Art von uns haben will. [11] ... Wenn man bei ihnen den Wunsch haben sollte, mit uns ein politisches Gespräch zu führen, so kann ich mir dies für meine Person durchaus als möglich vorstellen. [12] ... In Wirklichkeit liegt die Sache doch so, daß Herr Molotow geradezu zu politischen Gesprächen aufgefordert hat. Unser Vorschlag, nur wirtschaftliche Verhandlugen zu führen, ist ihm ungenügend erschienen. Gewiß bestand und besteht die Gefahr, daß die Sowjetregierung deutsche Vorschläge zu einem Druck auf die Engländer und Franzosen benutzen wird. [13] ... Gefühlsmäsig läge der Sowjetunion diese letzte Möglichkeit am nächsten, wobei weltanschauliche Fragen nicht mitzuspielen brauchten. [14] ... Herr Draganoff wiederholte zum Schluß nochmals, daß er keine Anhaltspunkte dafür habe, warum ihm Herr Astachoff diese Eröffnung gemacht habe. Er erwog die Möglichkeit, daß dies doch mit der Absicht geschehen sei, daß Herr Draganoff uns darüber berichten werde. [15] ... der Abschluß eines Nichtangriffspaktes oder die Bestätigung des Neutralitätspaktes von 1926 sein könnte bei gleichzeitiger Vereinbarung eines speziellen Protokolls, das die Interessen der vertragschließenden Teile an diesen oder jenen Fragen der Außenpolitik regelt und das einen integrierenden Bestandteil des Paktes bildet. [16] ... POSTSCRIPTUM: Der gegenwärtige Pakt ist nur bei gleichzeitiger Unterzeichnung eines besonderen Protokolls über die Punkte, an denen die vertragschließenden Teile auf dem Gebiete der Außenpolitik interessiert sind, gültig. Das Protokoll bildet einen integrierenden Bestandteil des Paktes. [17] ... erhob Herr Molotow sein Glas auf Herrn Stalin, wobei er bemerkte, daß es Stalin gewesen sei, der durch seine Rede vom März dieses Jahres, die in Deutschland gut verstanden worden sei, den Umschwung der politischen Beziehungen eingeleitet habe.
|